Herausgeber: PIRATEx
Event-Daten planen: Checkliste für die Datenschutzprüfung
Welche Informationen brauchst du wirklich, um ein Event zu organisieren und zu verbessern? Diese Frage gehört ins Briefing, bevor Registrierung, App und CRM verbunden werden.
Der Beitrag ist eine Checkliste für die Zusammenarbeit zwischen Eventteam, Datenschutzverantwortlichen und Dienstleistern. Er ersetzt keine rechtliche Prüfung. Welche Rechtsgrundlagen und Informationspflichten für dein Event gelten, muss anhand der konkreten Verarbeitung geklärt werden.
1. Zwecke und Verantwortliche festhalten
Trenne Anmeldung, Zugang, organisatorische Nachrichten, Feedback, Personalisierung und spätere Werbung. Beschreibe für jeden Zweck, welche Daten benötigt werden und wer über ihre Verwendung entscheidet.
Ein Arbeitsblatt kann diese Fragen enthalten:
- Welche Aufgabe lösen die Daten für Teilnehmende oder Organisation?
- Welche Felder sind dafür erforderlich und welche können entfallen?
- Wer darf die Daten sehen oder exportieren?
- Welche Dienstleister erhalten Zugriff?
- Wann werden die Daten geprüft, gelöscht oder anonymisiert?
Ein pauschaler Zeitraum passt nicht automatisch für alle Zwecke. Lege Fristen erst nach der Prüfung durch die zuständigen Verantwortlichen fest.
2. Registrierung auf das Nötige begrenzen
Prüfe jedes Feld im Anmeldeformular. Ein Workshop braucht möglicherweise eine Session-Auswahl, aber keine Einkommensangabe. Frage nicht aus Gewohnheit nach vollständigen Profilen.
Angaben zu Ernährung, Gesundheit oder Zugangsbedürfnissen können besonders sensibel sein. Kläre mit den Datenschutzverantwortlichen, welche Informationen erforderlich sind, wie sie erhoben werden und wer sie für die Betreuung braucht. Ein Cateringteam benötigt nicht automatisch das vollständige Teilnehmerprofil.
3. Teilnahme und spätere Kommunikation auseinanderhalten
Organisatorische Informationen zur gebuchten Veranstaltung und spätere Marketingnachrichten sind unterschiedliche Aufgaben. Lass die zulässige Ausgestaltung prüfen und mache für Gäste verständlich, welche Kommunikation sie erwartet.
Sorge dafür, dass Änderungen und Abmeldungen im Alltag bearbeitet werden können. Benenne eine zuständige Person und teste, ob die beteiligten Systeme eine geänderte Präferenz tatsächlich berücksichtigen.
4. Messfragen vor Trackingfunktionen festlegen
Willst du wissen, welche Session hilfreich war? Eine kurze freiwillige Rückmeldung kann geeigneter sein als detailliertes individuelles Bewegungs- oder Verhaltens-Tracking.
Prüfe zuerst, ob aggregierte Informationen genügen. Wenn individuelle Daten verwendet werden sollen, müssen Zweck, Erforderlichkeit, Rechtsgrundlage und Information der Teilnehmenden vorab geprüft werden. Ein aktiviertes Analyse-Dashboard ist noch kein Messkonzept.
5. App, Plattform und CRM gemeinsam prüfen
Erstelle eine Übersicht der eingesetzten Systeme und Datenflüsse. Kläre mit den zuständigen Fachleuten Verträge, Zugriffsmöglichkeiten, Speicherorte, Unterauftragnehmer und gegebenenfalls internationale Übermittlungen.
Teste auch die praktische Seite:
- Welche Daten enthält ein Export?
- Kann ein Sponsor Teilnehmerdaten abrufen?
- Welche Trackingfunktionen sind standardmäßig aktiv?
- Wer kann löschen, berichtigen oder Zugänge sperren?
- Bleiben Daten nach Ende des Events beim Anbieter bestehen?
Eine Aussage wie „DSGVO-konform“ auf einer Produktseite ersetzt diese Prüfung für deinen konkreten Einsatz nicht.
6. Sponsorenzugriff und Aufzeichnungen gesondert klären
Lege vor der Veranstaltung fest, ob Sponsor:innen Daten erhalten sollen und unter welchen geprüften Bedingungen. Teilnahme an einem Event bedeutet nicht, dass das Team beliebige Datenweitergaben voraussetzen sollte.
Für Foto-, Video- und Audioaufnahmen brauchst du ebenfalls einen abgestimmten Prozess: Was wird aufgenommen, wofür wird es verwendet, wer erhält Material und welche Veröffentlichungen sind vorgesehen? Bei vertraulichen Customer Roundtables wird die erlaubte Zusammenfassung schon vor der Einladung vereinbart.
7. Eine nachvollziehbare Übergabe planen
Zum Abschluss sollten Zuständigkeiten, zulässige Auswertungen, vereinbarte Folgekommunikation und Löschaufgaben dokumentiert sein. Übergib keine komplette Teilnehmerliste, wenn für den nächsten Arbeitsschritt weniger Informationen genügen.
Wenn du einen Customer Roundtable planst, klären wir Gesprächsziel, erlaubte Dokumentation und Übergabe im Leistungsumfang. Dein Team verantwortet Kundenbeziehungen und das anschließende Account-Follow-up. Die datenschutzrechtliche Prüfung bleibt bei den dafür zuständigen Verantwortlichen.